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28.2.2020

Herzpatienten sind stärker durch Corona-Infektion (Covid-19) gefährdet

Menschen mit Herzerkrankungen sind besonders gefährdet, einen schweren Verlauf einer Coronavirusinfektion zu erleiden. Studien aus Wuhan liefern erste Ergebnisse.


von Prof. Dr. med. Alexander Leber

40% aller wegen Covid-19 hospitalisierten Patienten leiden an einer Herzkreislauf Erkrankung. Außerdem weisen Patienten mit Herzerkrankungen die mit 10,5% höchste Mortalität bei der Infektion auf. Interessanterweise ist die Mortalität sogar höher als bei Menschen mit zugrunde liegender Lungenerkrankung.

Die Infektion scheint Herzerkrankungen auch direkt zu verursachen bzw. zu verschlimmern. Laut ersten Berichten kann eine Coronavirusinfektion bestehende Herzschwäche akut verschlechtern und sogar Herzinfarkte auslösen. Letzteres ist darauf zurückzuführen, dass es ähnlich wie bei der Influenza zu einer Destabilisierung von Plaques in den Herzkranzgefäßen kommen kann, die dann zu Plaquerupturen und Gefäßverschlüssen führt. Deshalb sollte die verschriebene Medikation konsequent eingenommen werden.

Aufgrund dieser Erkenntnisse hat das American College of Cardiology ein Bulletin publiziert und auf besondere Maßnahmen für Herzpatienten hingewiesen, die wir für Sie zusammengefasst haben:


So können sich Herzpatienten jetzt schützen
  • Herzpatienten sollen aufgrund ihres erhöhten Risikos die Empfehlungen zur Hygiene besonders ernst nehmen. Dazu gehört regelmäßiges Händewaschen (mindestens 30 Sekunden mit Seife, am besten mit Desinfektionsmittel).
  • Meiden Sie Menschenansammlungen
  • Keine Reisen in Risikogebiete
  • Bei älteren Patienten ist Fieber seltener, akut neu auftretenden Atemnot oder -schwäche können Symptome einer Corona-Infektion sein
  • Alle Herzpatienten sollten während der Corona-Pandemie dringend ihre verschriebene Herzmedikation einnehmen. Dazu gehören vor allem ASS, gegebenenfalls Clopidogrel, Prasugrel oder Ticagrelor nach Stentimplantation innerhalb der letzten sechs bis zwölf Monate, Cholesterinsenker (Statine)
  • Impfungen gegen Pneumokokken und Influenzainfektionen sind bei Herzpatienten dringend zu empfehlen
  • Bei nachgewiesener Infektion mit SARS-CoV-2 sollten Herzpatienten besonders beobachtet und gegebenenfalls mit höherer Priorisierung hospitalisiert werden
  • Kontakte von Herzpatienten mit Verdachtspersonen oder Menschen, die aus Risikogebieten eingereist sind, sollten vermieden werden
  • Herzpatienten sollten bei Verdacht auf eine Infektion bevorzugt über Telefon oder Internet mit ihrem Kardiologen Kontakt aufnehmen, um eine Verbreitung in kardiologischen Praxen und Kliniken nicht zu fördern