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28.2.2020

Was kann ich tun, um mich als Herz-Kreislauf-Patient vor Corona zu schützen?

Vorsicht und Wachsamkeit ja, Panik nein!

 

Bei Patienten mit kardiovaskulärer Vorerkrankung kann eine Coronavirusinfektion zu Komplikationen führen. Welche Vorsichtsmaßnahmen nun sinnvoll sind, haben wir für Sie hier gesammelt.

von Dr. med. Birgit Degenfeld-Schonburg

Impfung

Herz-Kreislauf-Patienten empfehlen wir dringend die Überprüfung ihres Impfschutzes gegen Pneumokokken. Dies sind Bakterien, welche u.a. Infektionen der Lunge verursachen können.


Da die Lungenentzündung eine der Hauptkomplikationen einer Coronavirusinfektion darstellt, sollte bei Risiko-Patienten mit Herzerkrankung der Impfschutz gegen Pneumokokken sichergestellt sein. Hierfür sollte ein Pneumokokken-Impfstoff, der gegen 23 verschiedene Pneumokokken-Typen schützt (PPSV23), verwendet werden.

Ab Oktober 2020 beginnt wieder die neue Grippesaison bedingt durch Influenza-Viren.  einer Doppelinfektion mit Corona- und Grippe-Viren nehmen dabei einen besonders schweren Verlauf.  Daher sollten Sie unbedingt im kommenden Herbst Ihren Grippeimpfschutz auffrischen.

 

Information

Bleiben Sie auf dem Laufenden. Viele und zum Teil widersprüchliche Nachrichten kursieren in den Medien, da über das Verhalten des neuartigen Virus noch wenig bekannt ist. Es gelingt Ärzten und Forschern jedoch täglich, den Wissensstand zu verbessern und Fragen zu klären. Informieren Sie sich regelmäßig aus sicheren Quellen. Wir werden diese Webseite regelmäßig für Sie aktualisieren. Sollten sich neue Erkenntnisse ergeben, so werden wir Sie hier umgehend dazu informieren. 

Infektionsschutz

Bleiben Sie zu Hause. Schützen Sie sich und somit auch alle anderen.

Halten Sie bei allen notwendigen und genehmigten außerhäuslichen Aktivitäten einen Abstand von mindestens 1,5 bis 2 Metern zu Ihren Mitmenschen. 

Vermeiden Sie jeglichen Kontakt mit möglicherweise infizierten Personen.

 

Achten Sie auf die Einhaltung der Hygieneregeln:

Mehrfach tägliches Händewaschen mit Wasser und Seife für mindestens 30 Sekunden oder unterwegs Händereinigung mit einem alkoholischen Gel
Verwendung von Desinfektionsmitteln nach Kontakt mit Gegenständen, welche von vielen anderen berührt werden (Türgriffe, Geländer, etc.)
Niesetikette (in die Armbeuge oder in ein Taschentuch niesen/husten)

 

Individuelle Therapie einhalten

Vernachlässigen Sie keinesfalls Ihre individuelle Medikation. Als Herzpatient sollten Sie während der Corona-Pandemie alle Ihre verordneten Medikamente weiter einnehmen.

Infektionsverdacht

Suchen Sie eine Klinikambulanz und Arztpraxis bitte nur nach telefonischer Voranmeldung und Rückversicherung zu einem bestätigten Termin auf. Versuchen Sie Fragen grundsätzlich telefonisch oder per Mail mit Ihrem behandelnden Arzt zu klären. Fahren Sie wenn möglich nicht ohne Vorankündigung in eine Praxis oder Klinikambulanz.

In vielen Städten sind bereits mobile ärztliche Teams zur Durchführung der Tests im Einsatz, um die Ansteckungsgefahren zu reduzieren.

Abhängig vom klinischen Zustand sollten Patienten mit schweren und moderaten Herzerkrankungen bei begründetem Verdacht auf eine Corona-Infektion grundsätzlich auch dem Kardiologen vorgestellt werden.

Immunität

Ab sofort sind Tests zum Nachweis von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 verfügbar (Fa. Euroimmun, Lübeck). Dieser ist geeignet Personen zu identifizieren, die durch Kontakt mit dem Virus Antikörper entwickelt haben und dadurch über einen Immunschutz verfügen. Es muss aktuell noch geprüft werden, ab welchem Antikörpertiter ein ausreichender Infektionsschutz besteht. Der Test ist derzeit nur für Personal von Krankenhäusern verfügbar, wird aber zeitnah ausgeweitet werden.

 

Der Test weist IgG- und IGA- Antikörper gegen SARS-CoV-2 nach. Während IgG-Antikörper auf eine bereits länger bestehende oder überstandene Infektion hinweisen, sind IgA-Antikörper ein früher Marker akuter Atemwegsinfektionen. In einer kürzlich veröffentlichten Studie (Okba et al; März 2020) wurde die Zuverlässigkeit des Testverfahrens belegt.

Wir halten Sie über die aktuelle Entwicklung auf dem Laufenden.


Text: Dr. med. Birgit Degenfeld-Schonburg
Bildmaterial: Foto von
Anna Shvets von Pexels